Die drei Doshas

Die 3 Doshas in der Heillehre Ayurveda

Die drei Doshas – Im Ayurveda ist Dosha oder auch Doscha ein wesentlicher Begriff. Das Wort Dosha stammt aus dem Sanskrit (Sanskrit, m., दोष dosa) und heißt wörtlich „Fehler“. Es kann als „das, was ein Problem verursachen kann“ übersetzt werden.

Die 3 Doshas sind Vata, Pitta und Kapha, die Lebensenergien oder Temperament genannt werden. Sie geben dem Menschen seinen individuelle Körperzustand, auch Prakriti genannt. Die Praktriti steuern die körperliche und geistige Funktionen des Menschen. Jeder Mensch hat diese Energieform und jeder wird mit seiner eigenen Mischung der 3 Doshas geboren. Dies wird durch den Körperzustand der Eltern und anderen Faktoren bestimmt.

Eines der 3 Doshas kann bei dem Körperzustand auch stark dominieren. Wenn das Gleichgewicht der 3 Doshas ins Ungleichgewicht geraten, wird ein unnatürlichen und krank machender Zustand hervorgerufen. Dieser Zustand wird Vikriti genannt. Eine Ungleichgewicht der 3 Doshas kann durch schlechte Ernährung, schlechte Angewohnheiten oder auch Überarbeitung entstehen.

Deshalb ist in der Lehre der Ayurveda das Ziel, den Körperzustand, also die Prakriti, aufrechtzuerhalten. Falls eine Erkrankung im Hinblick im Ayurveda ensteht, wird das Dosha behandelt, was nicht mehr im Gleichgewicht ist. So stellt man das Gleichgewicht der 3 Doshas wieder her.

Die 3 Doshas – Eigenschaften /Charaktertypen

Vata

Das Wort Vata (wird Wata ausgesprochen) kommt aus dem Sanskrit und heißt „Wind, Luft“. Wind und Luft sind die kosmischen Verbindungen. Dieses Dosha ist für alle Bewegungsabläufe im Körper zuständig, sowie für die physische und psychische. Das Grundprinzip des Doschas Vata verkörpert die Leichtigkeit und die Veränderung. Die Elemente des Doshas sind Äther und Luft, die Einwirkungen sind Bewegung und Aktivität. Zu den Eigenschaften dieses Doshas gehören kalt, flexibel, trocken und durchdringend.

Charaktertyp – Der Vata-Typ:

  • ist entweder sehr klein oder sehr groß.
  • ist zart und schlank.
  • besitzt ein etwas längliches Gesicht und kleine Augen.
  • hat schmalere Lippen und ungleichmäßige Zähne.
  • hat einen leichten Körperbau und wenig Gewicht.
  • neigt zu trockener Haut und Haaren.
  • hat lockiges Kringelhaar.
  • hat sichtbare Venen.
  • friert speziell an Händen und Füßen.
  • ist begeisterungsfähig und geht die Dinge schnell an.
  • mag kaltes und windiges Wetter nicht besonders.
  • neigt zu Verstopfungen und hat eine unregelmäßige Verdauung.
  • hat ein gutes Kurzzeitgedächtnis.
  • neigt zu unregelmäßigem Schlaf und zu Kummer und Sorgen.
  • wechselt häufiger das Thema und spricht schneller.
  • hält Dinge nicht so gut durch und bringt sie nicht immer zu Ende.

Pitta

Das Wort Pitta heißt „Galle“ und gehört zu den Elementen Feuer und Wasser. Dieses Dosha ist für alle biomechanischen Aktivitäten und der Erzeugung von Wärme im Körper zuständig. Das Dosha Pitta verkörpert das Grundprinzip der Umwandlung, hat einen Bezug zur Sonne und beeinflusst den Stoffwechsel. Zu den Eigenschaften dieses Doshas gehören trocken und heiß.

Charaktertyp – Der Pitta-Typ:

  • hat einen mittelschweren Körperbau.
  • geht die Dinge organisiert und systematisch an aber mit mittlerer Geschwindigkeit.
  • hat eine Abneigung gegen Hitze.
  • bekommt einen starken Hunger und hat eine gute Verdauung.
  • neigt zu einer mittlere Aufnahmefähigkeit.
  • ist ein guter Redner und gibt gelernte Dinge durchdacht wieder.
  • hat einen mutigen Charakter und ist unternehmungslustig.
  • neigt zur Ärgernis und Ungeduld und ist leicht erregbar.
  • ist ein Perfektionist.
  • präferiert kalte Getränke und Speisen.
  • neigt zu Sommersprossen und Muttermalen.
  • liebt die Natur, das Meer und die Berge.
  • fühlt sich nach dem Sport gut.

Kapha

Das Wort Kapha wird Ka-pha ausgesprochen und steht für Stabilität, für das Fürsorgliche und Mütterliche auf der körperlichen Ebene. Dieses Dosha ist zuständig für Knochen, Zähne und Nägel. Zu den Elementen gehören Wasser und Erde. Das Grundprinzip des Doshas Kapha ist die Trägheit. Die Eigenschaft von Kapha ist kühl.

Charaktertyp – Der Kapha-Typ

  • hat einen schweren und stabilen Körperbau
  • neigt zu Übergewicht
  • geht Dinge langsamer und methodisch an
  • neigt zu fetter und glatter Haut
  • hat eine langsame Verdauung und ein geringes Hungergefühl
  • ist schwer aus der Ruhe zu bringen 
  • besitzt ein gutes Langzeitgedächtnis
  • hat eine lange Aufnahmefähigkeit
  • braucht tiefen und langen Schlaf
  • hat kräftiges und eher dunkleres Haar
  • hält seine Versprechen und bleibt dran
  • bewegt sich ungern

Wie du deine 3 Doshas in Gleichgewicht bekommst

Du hast zu viel Vata?

Wenn du zu viel Wind hast, hilft es am besten indem du etwas warmes isst, dass du mit guten Fetten vorbereitet hast. Da nimmst du am besten Sesamöl oder Olivenöl. Etwas warmes und cremiges hilft auch bei zu viel Wind, zum Beispiel eine Suppe oder ein guter Eintopf, etwas warme Milch oder auch eine Süßspeise. Gehe in die Geschmacksrichtungen süß, salzig und sauer.

Weitere gute Lebensmittel wären:

  • Obst und Früchte wie Banane, Mango, Papaya, süße Melone, Ananas, Pflaumen, Orangen, Himbeeren, Kirschen, Pfirsich, Zitrone, Datteln, Feigen, Trauben
  • Milchprodukte wie Milch Frischkäse, Joghurt, Ghee, Buttermilch, Sahne
  • Öle wie Kürbisöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sesamöl, Olivenöl, Distelöl
  • Nüsse und Kerne wie Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Pistazien, Pinienkerne
  • Gewürze wie Pfeffer, Senfkörner, Steinsalz, Anis, Majoran, Salbei, Muskat, Kardamom, Zimt, Kreuzkümmel, Basilikum, Rosmarin, Dill, Ahornsirup, Zuckerrohrprodukte, Honig, Melasse
  • Getränke wie Gemüse und Fruchtsäfte, Kräutertees

Du hast zu viel Pitta?

Bei zu viel Feuer solltest du eher lauwarme oder kalte Mahlzeiten zu dir nehmen, und eher wenige bis keine heißen. Benutze bei deinen Mahlzeiten so wenig Fett und Öl wie möglich, und wenn dann eher kühlendes Ghee. Gehe in die Geschmacksrichtung bitter. Da der Pitta-Typ ein sehr gutes „Verdauungsfeuer“ besitzt, kann dieser Typ alles essen und verdaut dies gut. Sie sollten trotzdem nicht sehr viel süß, scharf und sauer essen. Empfehlenswert für diesen Typ wären Salate, da sie schön kühlend wirken, aber auch vegetarische Ernährung.

Weitere gute Lebensmittel wären:

  • frisches, reifes Obst und Früchte wie Marille, Melone, Kirsche, Datteln, Beeren, Apfel, Avocado, Birne, Rosinen, Wassermelone, Pflaumen
  • Gemüse wie Brokkoli, Blattgemüse, Karotten, Kohl, Erbsen, Bohnen, Artischocken, Blumenkohl, Spargel, Spinat, Kürbis, Kohlsprossen, Gurken, Kartoffeln
  • Gewürze wie Dill, Basilikum, Algen, Ingwer, Zimt und Koriander
  • Getränke wie Gemüse und Fruchtsäfte, Kräuter und Grüntee, kaltes Wasser, Milch

Du hast zu viel Kapha?

Wenn du zu viel körperliche Schwere mit dir trägst, solltest du dich am besten warm und leicht ernähren mit dampf gegarten Lebensmitteln. Du solltest auf fette Saucen und Dips verzichten, Salz und Butter nur in Maßen zu dir nehmen. Gehe in die Geschmacksrichtungen scharf und bitter.

Weitere gute Lebensmittel wären:

  • Obst und Früchte wie Pfirsich, Kokosnuss, Kirschen, Birne, Marillen, Apfel, Granatapfel, Birne (eventuell gedünstet und gewürzt)
  • Gemüse wie Erbsen, Brokkoli, Karotten, Bohnen, Auberginen, Kartoffeln, Paprika, Mais, Rettich, Kresse, Lauch, Salat, Zwiebel, Spinat
  • Gewürze wie Koriander, Chili, Ingwer, Meerrettich, Pfeffer, Senf, Petersilie
  • Getränke wie Gemüsesäfte, Gewürztee, Wasser

Die 3 Doshas und die 5 Elemente

Alle Elemente bestehen aus der Verflochtenheit der 5 Elemente. Durch die Lebensenergien dominiert in manchen ein Element. Die 5 Elemente kommen aus dem Ayurveda und werden aus dem Sanskrit als Panchamahabhuta bezeichnet.

Pancha = Fünf

Mahabhoota = Element

Die 5 Elemente sind

  • Äther (Akasha)
  • Luft (Vaju)
  • Feuer (Agni)
  • Wasser (Jala)
  • und Erde (Prithvi).

Die ayurvedischen Elemente entstehen in dieser Reihenfolge. Jedes dieser Elemente hat ihre Eigenschaften. Diese finden sich in jedem Körper wieder.

 

Äther – Akasha ( आकाश  )

ist das erste Element. Zu den Eigenschaften gehören Leerheit, schnelle Veränderung, Leichtigkeit, Feinheit und Klarheit. Zu den grundlegenden Funktionen gehören Durchlässigkeit und Leichtigkeit. Äther ist klar und rein. Das Element befindet sich in einer spirituellen und energetischen Balance. Dem Element wird das Sinnesorgan Ohr zugeteilt. Selbst die Emotionen stehen für das Element Äther.

 

Luft – Vayu ( वायु  )

entfaltet sich aus dem Element Äther. Dieses Element spürst man als leichten Wind auf der Haut, genau wie man auch den Atem spürt, der rein und wieder raus fließt. Zu dem Element Luft gehören die Eigenschaften trocken, Kühl, rau und leicht und steht ebenfalls für Leichtigkeit, Trockenheit, Teile des Nervensystems, Wahrnehmungen und alle Bewegungsabläufe im Körper, wie den Atem.

 

Feuer – Agni ( अग्नि  )

ist das dritte Element. Die grundlegende Eigenschaft ist die Hitze. Dieses Element stellt alle transformierenden Vorgänge im Körper auf. Weitere Eigenschaften sind scharf, trocken, leicht, fein, ölig und klar. Zu dem Element gehören die Organe Leben und Pankreas. Das Element reguliert ebenso die Temperatur.

 

Wasser – Jala ( जल  )

ist da vierte Element. Taucht man ins Wasser ein, so spürt man dieses Element und seine kühlenden Eigenschaften. Es ist ein sehr schweres Element. Weitere Eigenschaften dieses Elements sind flüssig und schleimig. Der Mensch besteht aus Blut und zu 70% aus Wasser, für das dieses Element steht.

 

Erde – Prithvi ( पृथिवी  )

ist das letzte Element. Dieses Element steht für die Mutter Erde, die uns Halt und Stabilität gibt. Zu den Eigenschaften gehören fest, stabil, schwer, beständig und kompakt. Zu dem Element gehört das Sinnesorgan Nase und die Erde steht für die Haare, Knochen, Muskeln und Nägel.

 

Die 3 Doshas – Yoga

Wer sich für Yoga interessiert, wird irgendwann auf Ayurveda entdeckt haben und anders rum genauso. Yoga und Ayurveda gehören wie Topf und Deckel zusammen. Sie stammen beiden aus der indischen Philosophie (den Veden) ab. Während Ayurveda sich eher mit der Gesundheitserhaltung beschäftigt, geht es beim Yoga um den gesunden Körper und Geist. Die zwei Themenbereiche fungieren zusammen einfach super. Für jeden Dosha-Typen und ihren Elementen gibt es eigene Yoga-Übungen.

Dem Dosha-Typ Vata sind die Elemente Luft und Äther zugeteilt worden. Daher braucht dieser Typ Halt im Leben und sollte geerdet werden durch die Übungen.

Der Pitta-Typ hat die Elemente Feuer und Wasser. Dieser Typ besitzt schon sehr viel Hitze. Seine Übungen sollten eher kühlende Wirkungen haben.

Bei dem Kapha-Typen fehlt die Balance und sollte daher ausbalanciert werden. Da er sich ungern bewegt, dürfen seine Übungen ihn ruhig schön ins Schwitzen bringen.

 

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Tugba Kara
 

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